Segeltörn in Griechenland vom Golf von Korinth in den Saronischen Golf

Freitag, 24.8.2012: Von München aus am Flughafen Zakynthos angekommen ging es mit dem Taxi direkt zum Hafen. Dort wartete bereits Frank Banzhaf, uns Skipper an Bord der “Malena” auf uns. An Bord dieser komfortablen 52″ Beneteau Oceanis 523 Segelyacht werden wir die nächste Woche verbringen, hoffentlich bei ausreichend Wind aus der richtigen Richtung!

Der erste Spaziergang durch die Gassen am Hafen brachte die Erkenntnis, dass wegen eines lokalen Feiertags alle Geschäfte geschlossen sind. Die Aussicht auf die Unmöglichkeit des Einkaufs von Vorräten für die Crew aber viel mehr noch auf eine Nacht mit viel Lärm hat uns letztlich dazu bewogen noch am Nachmittag in Richtung Killini aufzubrechen. Der Wind meint es sofort gut mit uns, so dass wir bei recht hoher Dünung einen schönen Segelabend leben dürfen. Letztere hat meinem Sohn allerdings gleich am ersten Abend auf See die Erfahrung mit der Seekrankheit eingebracht. Nunja, es gibt immer ein erstes Mal. Leider kommen wir erst bei Dunkelheit in Kilini an und haben etwas Mühe geblendet von grellen Straßenlaternen die schlecht beleuchtete Hafeneinfahrt zu finden. Zum Glück kam uns gerade keine der sonst hier sehr zahlreichen Fähren in die Quere. Glücklich längsseits festgemacht müssen wir feststellen, dass der Freitagabend hier ein Rockkonzert am Hafen stattfindet. Also doch keine ruhige Nacht! 

Samstag, 25.8.2012: Wir sind echte Glückspilze. Auch der Samstag beschert uns besten Wind und wir können hinüber nach Mesolonghi segeln. Um die Marina und die Stadt zu erreichen geht es über 2-3 Meilen durch eine lange betonnte Einfahrt in den Hafen wie durch ein Flussdelta mit Hütten und Fischerbooten.

Die relativ neue Marina bietet mit Dusche, WC und Waschmaschine genau dass was wir gerade brauchen. Die sanitären Anlagen sind sehr sauber, das Marina-Gelände eher etwas durcheinander mit den vielen Booten an Land.

Wir nutzen das nette Angebot eines kostenfreien Transfers zu einem Restaurant in der Stadt. Der Inhaber holt uns mit dem Van ab und wir gelangen durch verschlungene Gassen in eine nette Fisch-Taverne. Dort folgen wir der Empfehlung des Chefs und genießen zu dritt einen Wolfsbarsch mit Kartoffelpüree und Knoblauch. Dieses Essen war einfach ausgezeichnet! Zurück bringt uns wieder das Auto des Lokals. Wir können dieses Angebot sehr empfehlen. Satt und zufrieden sinken wir in unsere Kojen.

Sonntag, 26.8.2012 Am Morgen versucht es Luca mit der Angel direkt im Hafenbecken neben der “Malena” und hat nach kurzer Zeit Erfolg. Mit Brot am Haken fängt er eine schöne Goldbrasse, und eine Meeräsche, die direkt den Weg in unseren Kühlschrank nehmen.

Danach stechen wir wieder in See mit Kurs auf Nafpaktos. Wieder schönes Segeln an der Großstadt Patras vorbei bei mäßigem Halbem Wind. Aus anderen Berichten im Internet erfahren wir, dass dies hier ganz und gar nicht immer so ist! Uns ist das Wetter hold und wir genießen das einmalige Erlebnis unter Segeln durch die neue Rio-Andirrio-Brücke zu fahren.

Danach geht es Dank des Düseneffekts mit frischen Wind weiter bis nach Nafpaktos wo wir direkt vor dem Strand vor Anker gehen. Zum Abendessen haben wir uns die beiden Fische vom Morgen gebraten und mit Genuss verspeist. Als sich der Wind am Abend gelegt hatte sind wir dann zum Stadtbummel mit dem Dinghi in den mittelalterlichen Hafen gefahren. Beim Einbruch der Dunkelt konnten wir ein tolles Panorama und dann das bunte Treiben in Bars und Cafés genießen.

Montag, 27.8.2012: Eigentlich wollten wir heute morgen noch mit dem Dinghi nach Nafpaktos, auf die Burg und zum Einkaufen zur Aufbesserung der Versorgungslage. Aber wir waren etwas zu spät dran und konnten wegen des aufkommenden Windes und Wellengangs nicht mehr übersetzen. Also haben wir noch mit leerem Magen Segel gesetzt. Als Ausgleich gab es besten Wind mit 6-7 Bft (statt der 2 Bft vom Wetterbericht…) mit dem wir eine angenehme und zügige durch den Golf von Korinth bis nach Itea erleben konnten. Hier liegen wir nun längs an der Mole im Hafen neben einigen wenigen anderen Seglern.

Dienstag, 28.8.2012: Die letzte Nacht war wie erwartet recht stürmisch und wir haben nur mäßig gut geschlafen. Gut dass wir den Tag für einen Landgang nach Delphi geplant haben. Früh morgens um 7:15 ging der Bus hinauf in die Berge. Das frühe Aufstehen wurde mit angenehmen Temperaturen und vor allem Ruhe belohnt. Wir konnten die Ausgrabungen von Delphi mit nur ganz wenigen anderen Touristen bewundern.

Am Nachmittag hatte sich der Wind gelegt und wir sind noch einen kurzen Schlag von Itea hinüber nach Galaxidi gefahren. Bereits die Anfahrt auf den Hafen war wunderschön. Galaxidi ist ein malerisches Hafenstädtchen mit Seefahrertradition. Leider waren die bekannte Kirche und das Nautical Museum bereits geschlossen. Aber auch der Bummel durch die sauberen Gassen mit ihren unzähligen Tavernen und kleinen Läden aller Art hat sich gelohnt. Direkt gegenüber unseres Liegeplatzes am Hafen hatten wir nun endlich einmal die Chance, ohne die im Golf von Korinth unzählig vorkommenden Quallen baden zu gehen. Den Abend verbrachten wir beim Angeln im Hafenbecken, leider ohne Erfolg, und in einem der Cafés mit Blick auf Hafen, Kirche und Stadt.

Mittwoch, 29.8.2012: Auch heute hieß es früh Aufstehen, denn gleich um 8 Uhr sind wir wieder in See gestochen und haben uns auf den Weg in Richtung Korinth gemacht. Heute wollen wir möglichst weit vorankommen und durch den Kanal von Korinth erreichen. Leider kommt der Wind heute direkt von vorn, so dass wir unter Maschine durch den Golf von Korinth fahren.

Unterwegs bekommen wir zuerst einige Fischschwärme zu sehen, die sich an der Meeresoberfläche tummeln. Und dann bekommen wir sie doch ganz unerwartet zu Gesicht: für kurze Zeit begleitet uns eine Gruppe von Delfinen, die munter unter der Yacht hindurch tauchen und direkt neben uns aus dem Wasser springen. In so kurzer Zeit ist keine Kamera zur Hand, so dass wir das imposante Treiben in unserer Erinnerung festhalten.

Noch bevor wir Korinth erreichen frischt der Wind auf und dreht, so dass wir die letzen Meilen bis nach Posidonia kreuzen können. Nach nur etwa einer halben Stunde Wartezeit bekommen wir das Signal gefolgt von nur einem weiteren Segler den Kanal in Richtung Osten zu passieren. Zwischen den ca. 80 m hohen Wänden hindurch zufahren ist für uns Landratten ein besonderes Erlebnis. An einer Stelle springen Kinder aus ziemlich großer Höhe direkt um Baden oder als Mutprobe in den Kanal. Nach der ca. 30 minütigen Passage machen wir auf der östlichen Seite längsseits fest, um unsere 250 € Gebühr zu zahlen.

Angekommen im Saronischen Golf kreuzen wir zunächst für zwei Stunden in Richtung Süd-Osten. Leider dreht der Wind und bläst später direkt aus unserer Zielrichtung. Also heißt es Segel bergen und die letzten 10 Meilen bis zum Ziel Korfos unter Maschine zurückzulegen. Dort erwartet uns dafür ein guter Anleger mit 4 m ausreichender Tiefe und Moorings direkt an der Terasse einer Taverne. Hier liegen wir gut, genießen Souflaki mit Pommes und lassen den Abend ausklingen.

Donnerstag, 30.8.2012 Nach dem frühen Aufstehen an den letzten beiden Tagen gönnen wir uns heute eine “Ruhetag” mit Ausschlafen, Dorfbummel, spätem Auslaufen bei leichtem Wind und vor allem einer Stippvisite in die Ankerbucht an der Südwest-Spitze der Insel Angistri, wo wir endlich von Quallen ungestört Baden und Schnorcheln können.

Am Nachmittag segeln wir bei leichtem bis mäßigem Wind noch bis hinüber nach Epidavros auf dem Peloponnes. Hier ergattern wir noch einen letzten freien Liegeplatz an der Hafenmauer direkt vor einem kleinen Park. Der Hafenmeister möchte dafür 2,67 € von uns, Strom und Wasser sind gratis. Zwar werden wir mangels Mole von leichten Wellen und Schwell etwas geschaukelt, trotzdem erscheint uns dieser Preis eher symbolisch. Am Abend gibt es (erstmals) leckere Spaghetti aus der Bordküche.

Freitag, 31.8.2012 Heute ist unser letzter Tag. Am Morgen ging es für die einen zu den Ausgrabungen von Epidauros und für uns beide zum Angeln nahe des Hafens. Leider wieder ohne Erfolg, aber es hat trotzdem Spaß gemacht. Währenddessen war zu beobachten, wie eine polnische Yacht ohne funktionstüchtige Ankerwinde mit der über Kreuz liegenden Ankerkette eines sorglos quer angelegten großen Katamaran zu kämpfen hatte. Für uns ging es mangels Wind am Mittag zunächst unter Motor in eine Ankerbucht an der Südspitze der Insel Aigina zum Baden. Wir waren trotz des kurzen Aufenthalts begeistert von der bunten Welt der Fische unter der Wasseroberfläche.

Zum Abschluss unserer insgesamt 228 Seemeilen hatten wir guten Wind um 4 Bft. aus Nordost, der uns in einigen Schlägen hart am Wind noch einmal tollen Segelspaß und einen wunderbaren Sonnenuntergang beim Anlegen in der Marina Alimos in Athen bescherte.

Fazit: Diese Segelwoche an Bord der “Malena” mit unserem Skipper Frank Banzhaf (erreichbar über “Törnaround Segelreisen“) hat mir und meinem Sohn sehr gut gefallen. Frank hat uns nicht nur souverän geskippert sondern mit seiner Kenntnis der Gegend unseren Törn zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lassen. Schade, dass es nun auf den Heimweg geht, aber wir kommen sicher einmal wieder.

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